Agrarsysteme der Zukunft

Eckpunkte

Agrarsysteme müssen sich in der Zukunft einer Vielzahl neuer Herausforderungen stellen. Sie sollen nicht nur nachhaltig und ressourceneffizient sein, sondern auch das Klima und die Umwelt schonen, unseren Bedarf an Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen sichern, sowie international wettbewerbsfähig sein. 

Doch wie müssen Agrarsysteme idealerweise aufgestellt sein, um diesen komplexen Herausforderungen sowie den vielfältigen gesellschaftlichen Ansprüchen zu genügen

Welchen Beitrag kann die Forschungs- und Innovationsförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) hierzu leisten?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden initiiert das BMBF den Zukunftsprozess Agrarsysteme der Zukunft.

Leitlinien und Leitfragen für Agrarsysteme der Zukunft

Um die Weichen für eine systemorientierte Landwirtschaft der Zukunft zu stellen, brauchen wir Visionen die Agrarsysteme umfassend betrachten. Dabei stehen nicht nur die landwirtschaftliche Primärproduktion sondern auch deren vor- und nachgelagerte Bereiche im Fokus. Neuartige Zukunftsbilder, die alternative und möglicherweise auch unkonventionelle Szenarien kreieren stehen dabei im Spannungsfeld zwischen wissenschaftlich-technischer Machbarkeit, ökonomischer Tragbarkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz. Um hier zu bestehen werden Visionen gebraucht, die über thematische und fachliche Grenzen hinausgehen und Impulse und Ideen aller relevanten Themenbereiche aufnehmen.

Die thematische Ausrichtung der Zukunftsbilder kann von den Teilnehmern selbst gestaltet werden. Um den Bezug zu den Herausforderungen und Bedürfnisse für Agrarsysteme der Zukunft in den Visionen zu verankern sollen die folgenden Leitlinien und Leitfragen bei der Entwicklung der Visionen berücksichtigt werden.


Leitlinien

  • Agrarsysteme können sich in Größe und Komplexität und hinsichtlich der verwendeten Methoden und Technologien unterscheiden. Sie können sowohl flächengebundene, als auch alternative unkonventionelle Produktionsformen (etwa vertikale Produktion) umfassen.
  • Agrarsysteme (einschließlich Obst- und Gemüsebau, Forstwirtschaft oder Aquakultur) umfassen standortangepasste, nachhaltige Produktionssysteme für die effiziente Erzeugung und Bereitstellung von biobasierten Ressourcen zur multifunktionalen Verwendung.
  • Zum Schutz der natürlichen (Umwelt-)Ressourcen sollen Agrarsysteme angepasste Strategien für ein ressourceneffizientes (Rest-)Stoffstrom-Management verfolgen.
  • Ausgehend von der Primärproduktion berücksichtigen Agrarsysteme die Bedarfe der vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche und damit die der jeweils relevanten vollständigen Wertschöpfungsnetze vom Erzeuger bis zum Konsumenten.

Leitfragen

  • Wie können die negativen Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Klima verringert werden? Wie kann gleichzeitig eine Resilienz der Agrarproduktion gegenüber sich ändernden Klima- und Umweltbedingungen geschaffen werden? 
  • Wie kann der global steigende Bedarf an Nahrungsmitteln und nachwachsenden Ressourcen gedeckt werden? 
  • Wie können Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz bei der Produktion nachwachsender Rohstoffe sichergestellt werden? 
  • Welche besonderen Potenziale bieten diesbezüglich alternative unkonventionelle Nahrungsquellen, Industrierohstoffe oder Energieträger (z. B. Mikroorganismen, Insekten, Algen) und Produktionssysteme (Vertical Farming, Aquaponik)? 
  • Welchen Einfluss haben Globalisierung, Regionalisierung oder Urbanisierung auf den Schutz der Umwelt oder die Sicherung der Ressourcen und Ernährung? 
  • Wie kann die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Agrarproduktion gefördert werden?