Was brauchen wir, um nachhaltige Agrarsysteme der Zukunft zu entwickeln?

Lösungsmöglichkeiten und Anpassungsstrategien für eine nachhaltige Agrarproduktion

Die heutige Agrarproduktion geht mit einem hohen Ressourcen- und Flächenverbrauch sowie beträchtlichen Treibhausgas-Emissionen einher. Sie hat aber die Chance sich als innovative Zukunftsbranche zu etablieren, die sich nachhaltig in die Umwelt und globale Systeme einordnet. Dazu müssen die Restriktionen, Probleme und Zielkonflikte heutiger Agrarsysteme überwunden und Fragen gesellschaftlicher Akzeptanz berücksichtigt werden.

Es gilt eine nachhaltige und hinsichtlich wechselnder Klima- und Umweltbedingungen adaptive Agrarproduktion zu gestalten, die eine gegenüber der Gesellschaft und Umwelt verantwortungsbewusste Produktion von Lebensmitteln und nachwachsenden Ressourcen garantiert.

Forschung und Innovation als Treiber für die Entwicklung nachhaltiger Agrarsysteme

Der modernen Agrarforschung mit ihren vielfältigen Forschungsdisziplinen kommt hierbei eine Schlüsselposition zu. Die komplexen und vielfältigen Aufgaben einer zukünftigen Agrarproduktion können nicht separat adressiert und bearbeitet werden, sondern müssen als Ganzes betrachtet werden. So werden auch relevante Wechselwirkungen berücksichtigt und analysiert.

Dazu ist es erforderlich, innovative nachhaltige und ressourceneffiziente Agrarsysteme zu entwickeln. Die Primärproduktion der Landwirtschaft muss gemeinsam mit der Lebensmittelverarbeitung und der industriellen Nutzung nachwachsender Rohstoffe betrachtet werden. Nachhaltigkeit soll dabei in einem ökonomischen, gesellschaftlichen und ökologischen Kontext gedacht werden.

Ein gesunder und fruchtbarer Boden ist für "Agrarsysteme der Zukunft" dabei ebenso essenziell wie eine nachhaltige Pflanzenproduktion und Tierhaltung, die Entwicklung unkonventioneller Nahrungsquellen und alternativer Produktionsformen.

Um die Pflanzenproduktion nachhaltig zu gestalten, müssen beispielsweise die moderne Pflanzenzüchtung, innovative Anbausysteme und die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten effizient aufeinander abgestimmt werden. Genauso sind zur Realisierung einer nachhaltigen Tierproduktion die bedarfsgerechte Tierhaltung und das Tierwohl gleichermaßen zu beachten.

Systemorientierte Ansätze für zukunftsfähige Agrarsysteme

Die Anpassung der Agrarproduktion ist nicht mit einer einzigen Patentlösung für alle Anforderungen zu realisieren. Um nachwachsende Ressourcen zu sichern müssen Widersprüche und Gegensätzlichkeiten zwischen konkurrierenden landwirtschaftlichen Systemen sowie Zielkonflikte hinsichtlich Flächennutzungskonkurrenzen überwunden werden.

Für eine nachhaltige Biomasseproduktion bedarf es Strategien und Produktionsformen, die wirtschaftlich rentabel, technisch effizient und ökologisch tragfähig sind. Es gilt innovative Systeme zu entwickeln, die sowohl bekannte bestgeeignete Systemelemente weiterentwickeln als auch neuartigen Ansätzen integrieren. Systemorientierte Ansätze müssen darauf abzielen, Energie- und Stoffströme zu analysieren und Möglichkeiten für eine weitgehend geschlossene Kreislaufführung zu definieren. Die Analysen sollen dabei Umwelt- und Standortfaktoren ebenso berücksichtigen wie Erkenntnisse aus relevanten, angrenzenden Wissenschafts- und Wirtschaftsbereichen.

So sollen integrierte Lösungen identifiziert werden, die darauf abzielen, Ressourcen zu bündeln, Synergien zum Vorteil von Mensch und Umwelt zu schaffen und Zielkonflikte zu reduzieren. Sie berücksichtigen dabei die vor- und nachgelagerten Bereiche der Agrarproduktion in ihrer wissenschaftlich-technischen, ökonomischen wie auch gesellschaftlichen und ökologischen Gesamtheit.

Wettbewerb der Systeme

Um das bestmögliche Ergebnis zu erhalten, ist ein offener Wettbewerb unterschiedlicher Ansätze notwendig. Zukunftsfähige Agrarsysteme sollten - unter dem Primat der Ernährungssicherung - dabei aber nicht nur auf die traditionellen Bereiche der Landwirtschaft ausgerichtet werden. Auch die Schaffung neuer Allianzen und Wertschöpfungsketten etwa von der Rohstoffproduktion bis zur Erstellung von Vorleistungen für die Chemieindustrie sind hierfür notwendig.