Herausforderungen an zukünftige Agrarsysteme

Wachsende Weltbevölkerung, Klimawandel, Ressourcenknappheit, …

Die Auswirkungen des Klimawandels und die prognostizierte zunehmende Verknappung fossiler und mineralischer Ressourcen werden die wachsende Weltbevölkerung zukünftig vor existenzielle Herausforderungen stellen.

Eine zukünftige (Land-)Wirtschaft muss auf die Sicherung und die an den Bedarf angepasste Produktion und Nutzung nachwachsender Ressourcen ausgerichtet sein, um das Angebot an Lebensmitteln und biobasierten Rohstoffen zu gewährleisten.

Dabei müssen Nachhaltigkeits- und Effizienzkriterien, wie beispielsweise der Schutz und der effiziente Einsatz der dazu benötigten (Umwelt-)Ressourcen, im Vordergrund stehen. Ebenso sind der Erhalt der biologischen (genetischen) Diversität und die Erfüllung von relevanten Umwelt- oder Klimaschutzzielen wichtige Voraussetzungen.

Herausforderungen an zukünftige Agrarsysteme

Agrarproduktion und Klimawandel

Da die Agrarproduktion selbst maßgeblich zum Klimawandel beiträgt und gleichzeitig viele Ressourcen in Anspruch nimmt, stehen neue Agrarsysteme im Zentrum der zukünftigen Entwicklung. Beispielsweise verursachen die Agrarproduktion und Landnutzungsveränderungen bis zu ein Drittel der globalen Treibhausgas-Emissionen und tragen damit erheblich zum Klimawandel bei.

Der Klimawandel wirkt sich deutlich auf die Landwirtschaft und die Ernteerträge aus. Einen Einfluss auf die Agrarproduktion haben dabei nicht nur Temperaturanstieg, abnehmende Wasserverfügbarkeit und zunehmende Wetterextreme, sondern auch eine veränderte Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen. Diese Folgen können je nach Region und Kulturpflanze sehr unterschiedlich ausfallen.

Nachhaltige Landnutzung und Ertragssteigerung

Der hohe Verbrauch fossiler Energieträger und mineralischer Rohstoffe, wie Phosphat und Kali für Agrarproduktion, Landbewirtschaftung und Düngerherstellung, sowie die zunehmende Belastung der Umweltressourcen Biodiversität, Luft, Wasser und Boden, beispielsweise durch Erosion, Auswaschung von Nährstoffen und Chemikalien (Pestiziden) oder Versalzung sind ebenfalls limitierende Faktoren für die Agrarproduktion. Gleichzeitig müssen die Erntemengen der Landwirtschaft gesteigert werden, um den wachsenden Bedarf an Nahrungs- und Futtermitteln zu decken.

Darüber hinaus wächst der Bedarf an biobasierten Rohstoffen für eine stofflich-industrielle und energetische Nutzung. Der Druck auf Agrarflächen und Agrarproduktivität wird zunehmen und muss durch "Agrarsysteme der Zukunft" und durch neue Agrartechnologien, in Grenzen gehalten werden.

Zielkonflikte sind vorprogrammiert

Agrarflächen werden zukünftig nicht nur zum Zweck der Land- und Forstwirtschaft, sondern auch zur Deckung vieler weiterer Bedarfe benötigt. Diese Multifunktionalität muss sich auch darin widerspiegeln, dass Flächen zum Erhalt von Ökosystemen und deren Biodiversität bewahrt bleiben. Ebenso muss der Flächenbedarf für Infrastruktur, Siedlungsraum und Freizeit- und Erholungsräume berücksichtigt werden. Die diversifizierte Nachfrage nach Landschaftsflächen findet zu wenig Berücksichtigung in der Diskussion und ist bisher auch kaum quantifizierbar.

Wettbewerbsfähig und flexibel

Neue Agrarsysteme müssen darüber hinaus aber auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft erhalten. Sie müssen neue Sektoren für die exportorientierte deutsche Industrie öffnen. Die Landwirtschaft der Zukunft wird durch neue Agrarsysteme charakterisiert, die sich flexibel an ökonomische, gesellschaftliche und strukturelle Veränderungen anpassen oder gar selbst zum Motor werden. 

Zu solchen Veränderungen zählen beispielsweise Globalisierung, Urbanisierung, demographischer Wandel und veränderte Verbraucherbedürfnisse. Gleichzeitig müssen Agrarsysteme der regionalen Struktur und den standortspezifischen Bedingungen angepasst werden.